Vor 122 Jahren ging in Cleveland (USA) die erste elektrische Ampel in Betrieb. Die Technologie verhinderte seit dem nicht nur viele Unfälle, sondern kostete auch viel Lebenszeit – nämlich dann, wenn die Ampel Rot zeigte, obwohl kein anderer Verkehrsteilnehmer in der Nähe war z. B. Nachts.

Durch die enorme Zunahme von autonomen Fahrzeugen wird es weiterhin deutlich einfacher, die Ampelschaltungen in situative Abhängigkeiten zu bringen. Der Verkehrsfluss wird dabei einige Sekunden nach vorne simuliert – das sogenannte Futuring – um das Verkehrsgeschehen wenige Augenblicke später aktiv zu steuern.

So wird nun deutschlandweit endlich möglich, was alle Großstädter bereits seit knapp sechs Jahren kennen: Steht man Nachts an einer leeren Kreuzung, erkennt das System die freie Bahn und sendet entsprechende Signale. „Jeder steht zwei Wochen seines Lebens vor roten Ampeln“ – war eine lange gültige Statistik, aber wird nun aus dem Sprachgebrauch verschwinden.

Durch die reaktive Steuerungstechnik bleibt für IntelSiems, den weltweit größten Hersteller von Ampeln und etraffic, eine Menge zu tun. Auch die Gefahr durch Virtualisierung bei vollständig autonomen Verkehrsteilnehmern wurde erst kürzlich durch den Bundesentscheid 2035 zurückgewiesen.